Kurz gesagt
Ein angeblicher Bankmitarbeiter sagt, dein Geld sei in Gefahr. Warum keine Bank Überweisungen auf ein „sicheres Konto“ verlangt und was du tun kannst.
Die wichtigsten Warnzeichen: Geld auf ein „sicheres Konto“ überweisen; Die Aufforderung, Bankpersonal anzulügen; Fragen nach Einmalcodes, TANs oder deiner PIN.
Das tust du zuerst: Leg auf. Ruf dann deine Bank unter der Nummer auf der Rückseite deiner Karte an, am besten von einem anderen Telefon. Oder warte fünf Minuten, denn manche Betrüger halten die Leitung offen.
So funktioniert die Masche
Oft beginnt es mit einer gefälschten Warn-SMS wie oben oder mit einem gefälschten Paketformular, über das deine Daten abgegriffen wurden. Wenn du die Nummer anrufst oder angerufen wirst, übernimmt ein ruhiger, professionell wirkender „Sicherheitsmitarbeiter“.
Er behauptet, Kriminelle, manchmal sogar Leute aus deiner Filiale, würden gleich dein Konto leerräumen. Zum Schutz sollst du alles auf ein neues Konto überweisen, das angeblich für dich eingerichtet wurde. Oft wirst du angeleitet, deine echte Bank anzulügen, falls sie nachfragt: „Sag einfach, es ist für ein Familienmitglied.“
Andere Varianten verlangen, dass du Einmalcodes (TANs) vorliest oder in der App freigibst, um angeblich betrügerische Zahlungen zu „stornieren“, dass du eine Fernwartungs-App installierst oder deine Karte einem Boten übergibst.
Darauf solltest du achten
- Geld auf ein „sicheres Konto“ überweisen. Keine echte Bank verlangt das. Niemals.
- Die Aufforderung, Bankpersonal anzulügen. „Sag der Filiale nichts, die stecken vielleicht mit drin“ ist ein typischer Satz aus dem Betrugsdrehbuch.
- Fragen nach Einmalcodes, TANs oder deiner PIN. Deine Bank wird dich nie bitten, diese vorzulesen oder für einen Anrufer freizugeben.
- Im Display steht die echte Nummer der Bank. Angezeigte Nummern lassen sich fälschen. Die Anzeige beweist gar nichts.
- Ein Bote soll deine Karte abholen. Banken holen keine Karten an der Haustür ab.
Das tust du, wenn du so eine Nachricht bekommst
- Leg auf. Ruf dann deine Bank unter der Nummer auf der Rückseite deiner Karte an, am besten von einem anderen Telefon. Oder warte fünf Minuten, denn manche Betrüger halten die Leitung offen.
- Wenn du fürchtest, dass Betrüger schon Zugriff haben: In Deutschland kannst du Karten und bei vielen Banken auch den Online-Banking-Zugang über den Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen.
- Überweise nie Geld, gib keine Codes weiter und installiere keine Apps, nur weil ein Anrufer das verlangt.
Wenn du schon bezahlt oder Daten weitergegeben hast
Handle schnell. Jede Minute zählt.
- Ruf sofort deine Bank an und sag, dass du auf falsche Bankmitarbeiter hereingefallen bist. Je schneller du handelst, desto eher lässt sich eine Überweisung vielleicht noch stoppen. Ob die Bank den Schaden erstattet, hängt vom Land und vom Einzelfall ab.
- Erstatte Anzeige bei der Polizei. Hier siehst du, wo du Betrug in deinem Land meldest (auf Englisch).
- Ändere dein Online-Banking-Passwort und prüfe, ob neue Empfänger oder Geräte hinzugefügt wurden.
Häufige Fragen
Die kannten meinen Namen, meine Adresse und meine letzten Umsätze. Beweist das nicht, dass es meine Bank war?
Nein. Persönliche Daten lassen sich leicht aus Datenlecks oder gefälschten Formularen beschaffen. Dass jemand etwas über dich weiß, beweist nicht, wer er ist.
Und wenn der Anruf wirklich von meiner Bank kommt?
Dann schadet es nicht, aufzulegen und unter der offiziellen Nummer zurückzurufen. Eine echte Bank hat dafür Verständnis und empfiehlt es sogar.
Offizielle Quellen und weiterführende Infos
Wir gleichen unsere Ratgeber mit Empfehlungen von Behörden und Verbraucherschutzstellen ab.
- Never move your money to "protect it." That's a scam (US Federal Trade Commission)
- Impersonation scams (Take Five to Stop Fraud, UK Finance)
- Bank investigator (Canadian Anti-Fraud Centre)